Das Leben in die eigene Hand nehmen – Teil 2: Äußere Hindernisse

In Teil 1 dieser Artikelserie habe ich gefragt: Haben Sie Ihr Leben in der Hand? Oder ist es eher umgekehrt – Ihr Leben hat Sie in der Hand?  Dies ist mein Leben. Ich sollte es genauso gestalten können, wie ich das möchte. In manchen Bereichen gelingt mir das nicht. Was hindert mich daran?

Etwas, das mich hindert, ist ein Hindernis. Denkbar sind äußere und innere Hindernisse. Äußere Hindernisse können z.B. das Wetter sein, mein Chef, die Situation auf dem Finanzmarkt, meine Familie, die anders will als ich – um nur einige zu nennen. Innere Hindernisse können sein: Blockaden, Ängste, widerstreitende Gefühle, alte Gewohnheiten, Süchte und noch so einiges mehr.

Wenn ich sehen kann, was mich im Inneren hindert, bin ich einen großen Schritt weiter. In diesem Newsletter und den folgenden werden wir uns daher eine ganze Reihe von Hürden ansehen, die mich im Inneren davon abhalten, das zu tun, was ich tun möchte.

Bevor wir uns aber den inneren Hürden zuwenden, möchte ich ein Wort über die äußeren Hindernisse verlieren. Gegen äußere Hindernisse können wir nicht so viel tun – sie sind im Außen und ärgerlicherweise oft sehr resistent gegen Beeinflussungen. Müssen wir also die Segel streichen und an diesen Stellen einfach hinnehmen, dass wir nicht das machen können, was wir wollen?

Wenn Sie mich kennen, ahnen oder wissen Sie bereits, wie die Antwort aussieht: Natürlich nicht. Das Geheimnis der äußeren Hindernisse ist ganz einfach. Sie existieren im Grunde gar nicht. Das mag seltsam klingen, ist aber eine sehr gute Beschreibung der Welt – auch aus wissenschaftlicher Sicht.

Warum? Weil das Äußere immer ein Spiegel meines inneren Zustandes ist. Ich kann die Welt gar nicht objektiv sehen. Jedes Erlebnis im Außen ist gefärbt von meiner persönlichen Sichtweise der Welt. Diese entsteht durch meine Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe. Selbst meine visuelle Wahrnehmung funktioniert auf diese Weise.

Zählen Sie einmal ein paar Ihrer scheinbaren äußeren Hindernisse auf und sehen Sie genau hin. Schlechtes Wetter zum Beispiel existiert nur durch meine Beurteilung. Kleine Kinder haben noch keine Kategorie für schlechtes Wetter. Sie toben auch bei Wind, Sturm und Regen gerne draußen.

„Mein Chef behindert mich in meiner beruflichen Weiterentwicklung“. Ist das eine unumstößliche Tatsache – oder ist es eine Interpretation? Könnte man die Situation auch anders sehen? Und der Finanzmarkt? Das ist aber nun wirkliche eine Tatsache, oder? Hier geht es um Zahlen und Fakten. Richtig? Das ist insofern wahr, als Zahlen in ihrem jeweiligen Bezugssystem eine ganz bestimmte Bedeutung haben und keine andere. Aber sobald ich Zahlen auf mich selbst beziehe, bin ich wieder in der Interpretation. 1+1 ist 2 – solange ich das Bezugssystem akzeptiere, für die diese Bedeutung der Zahlen definiert wurde. Ich kann mir jedoch ein neues Bezugssystem ausdenken, in dem 1+1 nicht 2 ist, sondern etwas beliebiges anderes. Mathematiker machen das die ganze Zeit und denken sich so verrückte Sachen wie irrationale Zahlen oder imaginäre Zahlen. Imaginäre Zahlen wurden erfunden, um bestimmte Gleichungen lösen zu können. Ich kann mir also einfach ein eigenes Zahlensystem ausdenken, wenn ich möchte – eins indem 1+1 nicht 2 ist.

Macht das Sinn, wenn für alle anderen Menschen 1+1 fast immer 2 ist? Bin ich nicht durch die Fakten – z.B. die Lage auf dem Finanzmarkt, die sich objektiv in Zahlen darstellen läßt – nicht doch gebunden?

Probieren Sie es aus. Die Welt, die Sie erleben, ist immer eine Interpretation. Fakten sind Fakten. Aber was diese für Sie persönlich bedeuten, was Sie damit machen – das ist eine Interpretation. Und das Schöne daran ist: Interpretationen können sich ändern.

Zum Beispiel die Überzeugung: „Gegen bestimmte Dinge im Außen kann ich nichts tun“ kann ich ändern in: „Vielleicht kann ich doch etwas tun.“ Und dies kann ich kombinieren mit der Vornahme: „Das probiere ich jetzt einfach einmal aus.“ Schon haben Sie Ihre Welt ziemlich grundsätzlich geändert.

Wenn Sie neugierig geworden sind, dann betrachten Sie für die nächste Woche einmal alle Fakten, die Sie im Leben einschränken. Kann ich hier wirklich nichts tun? Oder gibt es nicht doch etwas, was ich tun kann? Könnte ich dieses Fakt auch anders betrachten? Anders interpretieren? Was könnte ich alles tun, obwohl dieses Fakt mir im Weg ist? Was hindert mich daran, dies zu tun? Liegt das im Außen oder im Innen?

Ein Beispiel: „Mein Chef behindert mich in meiner beruflichen Weiterentwicklung“. Hier könnte ich:

  • Mit meinem Chef sprechen
  • Berufliche Weiterentwicklung anders definieren als ich es bisher getan habe
  • Mir einen neuen Chef suchen
  • Mich selbständig machen
  • Mir überlegen, ob „berufliche Weiterentwicklung“ wirklich wichtig ist
  • Mit dem Chef von meinem Chef sprechen
  • Mich ohne meinen Chef/auf eigene Faust beruflich weiterentwickeln
  • Plus vermutlich eine ganze Reihe weiterer Dinge, die Ihnen dazu einfallen

Wenn Sie bei jeder Option „geht nicht“ sagen, dann können Sie sich wiederum die Gründe für das „geht nicht“ ansehen. „Mit meinem Chef kann man nicht sprechen“ – „Ich möchte mir keinen neuen Job suchen“ usw. Wenn Sie die Optionen lange genug und konsequent genug betrachten, werden Sie irgendwann auf ein inneres Hindernis stoßen.

In diesem Augenblick haben Sie die Zügel wieder in der Hand. Innere Hindernisse kann ich ändern. Alles in meinem Inneren kann ich ändern. Und damit ändere ich die Welt. Denn – die Welt, die ich erlebe, besteht aus meiner Interpretation.

Geht das? Mit etwas Übung und Hintergrundwissen geht es. Das Verständnis der Arten von inneren Hindernissen ist ein wichtiger Schritt. Im nächsten Beitrag sehen geht es daher um erlittene Verletzungen. Sie sind einer der Hauptgründe, die mich hindern, mein Leben in die Hand zu nehmen.

Im nächsten Teil ist das Thema: Erlittene Verletzungen.

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