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Zusammenfassung Vortrag „Das Leben in die eigene Hand nehmen“ – Teil 2

Dies ist der zweite Teil einer Zusammenfassung des Vortrags am Gasteig: „Das Leben in die eigene Hand nehmen – Martin E. Seligman und das Konzept der erlernten Hilflosigkeit“. Im letzten Teil haben wir uns mit dem Teufelskreis der Selbst-Sabotage beschäftigt, der entstehen kann, wenn ich ein Trauma, einen Schock oder ein unangenehmes Ereignis erlebe.

Ein Schock oder ein Trauma beinhaltet, dass ich eine emotionale Überforderung erfahre. Auch ein anderes unangenehmes Erlebnis – das nicht zu einem Schock oder Trauma führt – kann eine emotionale Überforderung auslösen und ähnliche (wenn auch weniger einschneidende) Folgen haben. Ich schütze mich gegen die Überforderung, oft erfolgreich – allerdings mit Folgen (Nebenwirkungen) für die Zukunft. Dies ist das Thema heute.

Jeder von uns besitzt etwas, das ich den Kern, das Selbst, die innere Mitte, die Essenz oder den „reifen Erwachsenen“ nenne. Es ist der Teil, der fähig ist, bewusst darüber zu reflektieren, dass ich gerade bewusst bin. Ich besitze weitere Anteile, die einen geringenren Bewusstseinsgrad haben. Das reicht von fast gar nicht bewusst – z.B. alle meine Automatismen oder stark überlernten Gewohnheiten, die ganz von alleine ablaufen (z.B. Radfahren, meine Routine beim Duschen). Bis zu „halb bewusst“ – ich bin schon irgendwie „bei mir“, aber ich verfüge nicht über alle meine Ressourcen. Durch den Alltag bewege ich mich meistens im „halb bewussten“ Zustand: Ich erledige alles, was ich erledigen muss. Zum Teil sehr effektiv, mitunter aber auch weniger effektiv.

Der „halb bewusste“ Zustand äußert sich dadurch, dass ich oft nicht wirklich wähle, was ich als nächstes tue, sondern ich auf das reagiere, was im Außen passiert oder was in meinen Gedanken gerade so abläuft oder dass ich handele, weil ich immer so handele (Gewohnheit). Wenn Störungen auftreten, reagiere ich manchmal effektiv und elegant – aber sehr oft nicht mit der besten Lösung (die mir gerade nicht einfällt). Ich merke oft nicht, was ich gerade empfinde (tut mir das gut, was ich tue? Brauche ich eine Pause? Macht das Sinn, was ich tue? Entspricht es meinen Prioritäten?). Neben diesem – sehr üblichen und normalen – halb bewussten Zustand gibt es außerdem noch Anteile von mir, die „feststecken“. Bevor wir uns diese ansehen, möchte ich noch ein paar Worte zum „Kern“ sagen oder zu meinem „Selbst“.

Wenn Sie bereits Achtsamkeitsübungen machen, dann sind Sie während der Übung (meistens) in Ihrem Selbst. Sie sind sich voll bewusst – was fühle ich gerade? Was denke ich (ohne dass ich in das Denken hineingezogen werde)? Was geht in mir vor und was um mich herum (ohne dass ich hineingezogen werde)? Ich bin in gutem Kontakt mit allen Anteilen von mir und habe einen guten Zugang sowohl zu meinem Verstand, als auch zu meiner Intuition, meinem Fühlen, inneren Wissen und allem, was ich sonst noch an Ressourcen habe (auch wenn ich wenig davon gerade verwende – ich beobachte einfach nur). In diesem Zustand kann ich gute Entscheidungen treffen – ich bin nicht verwickelt (emotional, in Gedanken, in Stress, mit anderen).

Oft fühlt sich das gut an – ich fühle mich ausbalanciert, wohl, sicher, im Vertrauen mit mir selbst. Sollte Wohlbefinden fehlen, bin ich mir zumindest bewusst, was gerade vor sich geht. Ich spüre, dass ich nervös bin – aber die Nervosität ist nicht der „Chef“. Ich bin nicht voll in die Nervosität verwickelt – mein Selbst beobachtet sozusagen den Anteil von mir, der nervös ist. Im Kern ist mein Selbst meine Fähigkeit, mir gewahrzuwerden, dass „ich bin“ – dass ich existiere.

Jeder von uns kann dies und erreicht diesen Zustand, indem er bewusst über sich reflektiert (etwas, das Kinder im Laufe ihres Reifungsprozesses irgendwann lernen oder entdecken). In diesem Moment haben Sie Zugang zu Ihrem Selbst und sind sich – zumindest ab und zu – voll bewusst. Wenn Sie länger Achtsamkeitsübungen praktizieren, dann realisieren Sie irgendwann: Wow – ich existiere!!! Ich spüre, dass „ich bin“ – ich kann mich selbst beim Beobachten beobachten und realisiere, dass ich tatsächlich existiere. Jeder von uns weiß das. Aber es durch und durch zu realisieren, ist noch einmal ein besonderes Erlebnis und wird mitunter als „Erwachen“ bezeichnet. Im Alltag verliere ich diesen sehr bewussten Zustand oft wieder – ich rutsche in Gewohnheiten und Muster und bin durch Verwicklungen nur halb bewusst und nicht voll handlungsfähig.

In der Artikelserie über Gewohnheiten (sieh auch den nächsten Artikel in diesem Newsletter) geht es um all die Dinge, die mich aus meinem Selbst – meiner Souveränität – meinem voll bewussten Zustand „hinauskicken“. In dem Artikel, den Sie gerade lesen, geht es um einen bestimmten Mechanismus, der einen besonders stark „feststeckenden“ Anteil meiner Selbst erzeugt.

Jedes unangenehme Erlebnis, egal ob es ein leichtes (unangenehmes Gespräch mit dem Chef z.B.) oder schweres ist (Unfall, Verlust, Verletzung z.B.) führt dazu, dass ich einen Anteil meiner Selbst „abschneide“. Wenn ich etwas nicht spüren möchte oder wenn es emotional überwältigend ist, dann schiebe ich es weg – ich verdränge es. Wir sind alle sehr kreativ und wenn wir uns „die Geschichte erzählen“: Dies ist nicht wirklich passiert oder „dies ist ganz anders“ (als in der Realität) „passiert“ dann glauben wir uns das auch. Wir erschaffen unsere Realität. Wenn Not am Mann ist, dann ändern wir die Realität in unserem Geist. Alles Schlimme, Unschöne, Belastende wird fein säuberlich in eine Kiste verpackt und versteckt. Dann stellen wir einen Stacheldrahtzaun darum auf und ein großes Schild: Hier nicht hinsehen oder hinspüren – das ist gefährlich. Es ist ein wunderbarer Selbst-Schutz-Mechanismus, ohne den wir nicht existieren könnten.

Ein Beispiel für solch einen abgeschnittener Anteil (Aspekt) von mir selbst ist das Muster der erlernten Hilflosigkeit (oder Opferrolle), das ich zu Beginn (Teil 1) dieser Zusammenfassung beschrieben habe. Neben dem Verdrängen des ursprünglichen Erlebnisses kommt die Überzeugung hinzu: Ich kann hier nichts tun (ich bin hilflos). Diese Überzeugung schützt mich vor dem Spüren des Auslösers (der überwältigend oder zumindest sehr unangenehm war). Ich muss keine Verantwortung übernehmen – ich kann ja nichts tun. Verantwortung würde bedeuten, dass ich die ursprüngliche schlimme Erfahrung noch einmal machen würde (das Erleben der Hilflosigkeit). Die Überzeugung ist so stark, dass meine kognitiven Fähigkeit eingeschränkt sind (wenn ich in der Opferrolle feststecke) und dass ich kaum Energie habe, um etwas zu tun. Wenn ich mich klein mache und ausharre, dann geht es vielleicht vorbei und ich tue zumindest nichts, um die Situation zu verschlechtern oder (Gott bewahre) dieses entsetzliche Gefühl noch einmal spüren zu müssen, welches der Auslöser war.

Wichtig an dieser Stelle ist: Es ist nur ein Teil von mir – das eigentliche Selbst ist nach wie vor verfügbar. Allerdings kann es bei starker Traumatisierung unsichtbar sein (daher brauchen stark betroffene Personen Begleitung und können sich nicht – oder nur sehr schwer – selbst helfen). Und: Es ist ein Schutzmechanismus. Mich selbst dafür zu kritisieren, dass ich einen Hilflosigkeits- oder Opferaspekt erschaffen habe, ist nicht angebracht. Ich habe mir geholfen, so gut es eben geht.

Um den Selbstsabotage-Mechanismus zu verstehen, über den wir in dieser Artikelserie sprechen, ist es wichtig zu verstehen:

  1. Ich habe einen Kern – „das Selbst“ – das Zugang zu all meinen kognitiven, kreativen und energetischen Ressourcen hat. Wenn ich mir meiner selbst bewusst bin – dann bin ich mit diesem Kern verbunden.
  2. Ich habe außerdem Anteile – Aspekte – die einen geringeren Bewusstseingrad haben (d.h. nicht vollkommen frei handeln können), z.B. eine Gewohnheit.
  3. Durch ein Trauma oder ein unangenehmes Erlebnis kann ein Anteil von mir entstehen, der „abgeschnitten“ ist – es ist mir nicht bewusst, dass ich diesen Anteil habe, aber er beeinflusst mein Verhalten.
  4. Es gibt verschiedene solche Anteile. Ein besonders einflussreicher ist die „Opferrolle“ oder das Phänomen der „erlernten Hilflosigkeit“.
  5. Dieses Muster ist ein Überlebensmechanismus. Durch das Abschneiden/Verdrängen und Umdeuten meiner Realität kann ich mit schlimmen Erfahrungen umgehen (die ich sonst nicht bewältigen könnte).

Eine bestimmte Art von so einem verletzten, abgeschnittenen Aspekt ist die „erlernte Hilflosigkeit“, wie sie von Seligmann beschrieben wurde und die „Opferrolle“. Es ist ein Verhaltensmuster, das aktiviert wird, wenn Umstände in meinem Leben mich an das auslösende Ereignis erinnern. Das kann ein Schulreferat gewesen sein, in dem ein Lehrer mich massiv und unfair kritisert hat, emotionaler Mißbrauch durch ein Elternteil oder ein anderes schlimmes Erlebnis, in dem ich mich klein und hilflos gefühlt habe. Die Erinnerung an das Erlebte ist so unangenehm, dass ich die zugehörigen Gefühle nicht spüren möchte. Mein Geist versucht entsprechend, das Erlebte und das Muster möglichst unsichtbar zu machen. Es ist schwer, mir bewusst zu machen, was vor sich geht – dass es das Muster der Opferrolle gibt und wann es aktiviert wird. Das Unisichtbar-Machen ist Teil des Überlebensmechanismus. Die Opferrolle hat Folgen, die mich im Leben beeinträchtigen. Allerdings ist sie ja ein Schutzmechanismus und als dieser schützt sie sich selber. Da ich das Muster ursprünglich erfunden oder übernommen habe, um nicht von unerträglichen Gefühlen überwältigt zu werden, sorge ich – unbewusst – dafür, dass sich das Muster selbst erhält – meist ohne, dass mir dies bewusst ist.

Das Haupt-Problem ist, dass die Opferrolle mich von meiner inneren Quelle trennt. Meine innere Quelle ist das Sprudeln meiner Lebens-Energie und meiner kreativen Energie. Bei kleinen Kindern können Sie diese innere Quelle gut beobachten. Die meisten kleinen Kinder sind in ihrer Aktivität und ihren Ideen nicht zu stoppen. Mit Staunen beobachten wir ihre Lebendigkeit. Eigentlich ist dies unser Normal-Zustand. Allerdings verursacht jedes unangenehme Erlebnis (ab einem gewissen Grad) eine kleinere oder größere Abspaltung eines Teils meiner Selbst – einen verletzten Aspekt. Jede dieser Abspaltungen wirkt wie ein kleiner oder großer Stein, der den Zugang zu meiner inneren Quelle verdeckt. Einige von uns sprudeln nur ein bisschen weniger als wir klein waren. Andere von uns erstarren in einer Depression. Das Gute: Die innere Quelle ist nicht weg – sie ist „nur“ verdeckt. Ich kann den Zugang wieder freilegen.

Wenn der Zugang zu meiner inneren Quelle verschüttet ist, entsteht das Gefühl der inneren Leere. Diese kann sich ausdrücken durch eine kreative Blockade, durch kreisende Gedanken, fehlendes Vertrauen in mich, andere Menschen oder das Leben an sich und fehlende Lebensfreude. Wenn ich stark betroffen bin, bin ich fast täglich mit diesem dunklen, schweren, leeren Gefühl konfrontiert und davon blockiert. Die meisten von uns, die leichter betroffen sind, erleben es ab und zu – als schlechten Tag oder einen Abend, an dem sie sich zu nichts aufraffen können oder ab und zu einer endlosen Gedankenschleife, die mir den Schlaf raubt.

Das Gefühl dieser inneren Leere ist furchtbar. Sie ist auf Dauer nicht auszuhalten – daher suchen wir uns etwas, um sie nicht so stark spüren zu müssen. Wir greifen zu einer Ersatzbefriedigung. Ich meine damit alles, was das Gefühl der inneren Leere kurzfristig überdeckt, mich aber nicht nachhaltig mit Freude erfüllt – mich nicht wirklich nährt und nicht wirklicht gut für mich ist. Es beginnt mit dem starken Gefühl, etwas zu brauchen – einen Trost oder einen „Kick“. Letzlich giere ich nach Energie – um Grunde nach Lebensfreude und Lebensenergie. Da mein Zugang (zumindest in diesem Moment, dieser Phase) verschlossen ist, beginne ich im Außen zu suchen.

Häufige Ersatzbefriedigungen sind Essen, vor allem Kohlehydrate oder Süßes, Alkohol, Aufmerksamkeit von anderen, Fernsehen oder auch Dinge, die mir einen Energieschub geben wie schnelles Autofahren oder sexuelle Abenteuer. Auch Arbeit (und das Heischen nach Aufmerksamkeit vom Chef) oder exzessiver Sport können zur Ersatzbefriedigung werden. Allen solchen Trostpflastern oder Energiespendern ist gemeinsam, dass sie nur ein relativ kurzes „Hoch“ haben – ich fühle mich für eine kurze Zeit besser – geborgen oder voller Energie. Danach gibt es ein „Tief“. Ich fühle mich schlechter als vorher. Zum Teil weil die Wirkung nachlässt (sie ist nicht nachhaltig – es ist nicht wirklich das, was mir fehlt) und zum Teil, weil Schuld und Scham dazukommt. Mir ist schlecht, weil ich zu viel gegessen habe, ich sehe, dass meine Gesundheit leidet, ich spüre, dass ich nicht wirklich Kontakt zu anderen habe und ich empfinde oft Scham über das, was ich getan habe. Dieses „Tief“ verstärkt die Opferrolle („ich kann nichts tun“) und die innere Leere. Der Kreislauf beginnt von Neuem. Ersatzbefriedungen können Drogen sein. Aber auch wenn sie es nicht sind, wirken sie prinzipiell wie eine: Ich fühle mich abhängig, weil ich nicht weiß, wie ich anders als mit der Ersatzbefriedigung das schreckliche Gefühl der Leere, die Energie- und Sinnlosigkeit überdecken soll.

Das Fatale – aber auch der Schlüssel zur Lösung – ist, dass das Muster, das den Kreislauf auslöst, unsichtbar ist. Von mir selbst abgesegnet, denn die Unsichtbarkeit ist ja ein Schutz. Die Lösung liegt im Sichtbarmachen des Unsichtbaren. Der Vortrag und dieser Artikel helfen genau an diesem Punkt: Sie können beginnen, Ihre Hilflosigkeits-Muster zu erkennen. Indem diese Schritt für Schritt ans Licht gelangen, können sich die Blockaden – die Steine – die den Zugang zur Quelle versperren, lösen.

Im nächsten Teil besprechen wir einige Formen von Ersatzbefriedigungen noch genauer. Sie machen verständlich, in welcher Form ich mich selbst sabotiere – um mich selbst zu schützen. Sobald ich verstehe, was ich tue, bin ich schon dabei, das Muster aufzulösen.

Zusammenfassung Vortrag „Das Leben in die eigene Hand nehmen“ – Teil 1

Der Vortrag am Gasteig „Das Leben in die eigene Hand nehmen – Martin E. Seligman und as Konzept der erlernten Hilflosigkeit“ findet regelmäßig statt. Er vermittelt Grundlagen-Wissen zum Thema Souveränität und einem Selbst-Sabotage-Mechanismus, der einer der Hauptgründe ist, warum so häufig Energie, Freude und Selbst-Wertschätzung im eigenen Leben fehlen.

Einige Hörer haben sich eine Zusammenfassung gewünscht – hier ist sie. Auch für alle, die den Vortrag noch nicht gehört haben, ist der Beitrag interessant, vor allem im Zusammenhang mit der Artikel-Serie zu Gewohnheiten.

Stellen Sie sich vor, Ihr Leben ist ein Auto. Sitzen Sie immer am Steuer? Oder fühlt es sich manchmal so an, als wären Sie nur Beifahrer und am Steuer sitzt jemand anders? Warum kann ich nicht immer selbst-bestimmt handeln und rutsche in Hilflosigkeit oder Selbst-Sabotage?

Ziel des Artikels ist es, ein inneres Muster anzufangen zu erkennen, das dazu führt, dass ich mir „die Zügel aus der Hand nehmen lasse“.

Die Ursache für Selbst-Sabotage, fehlende Energie und fehlende Lebensfreude sind belastende Erfahrungen. Sie erzeugen einen „Negativ-Kreislauf“. Entstanden ist er durch etwas, das ich im Außen erfahre. Anschließend halte ich ihn selbst aufrecht. Er ist meist unbewusst und sehr stabil. Aber es gibt eine Lösung für das Beenden des Kreislaufes.

Zum Verständnis hilfreich sind die Experimente von Seligmann zur „Erlernten Hilflosigkeit“, die er 1967 begonnen hat. Sie sind ethisch bedenklich, aber ich berichte trotzdem von ihnen, weil das Ergebnis einen sehr wichtigen Mechanismus in uns deutlich macht, der für viel Leid verantwortlich ist.

Seligmann führte Lernexperiment mit Hunden durch. Es gab drei Gruppen. Eine Gruppe wurde in einem ersten Durchgang unangenehmen Reizen (kurzen elektrischen Schocks) ausgesetzt, die sie durch Betätigung eines Hebels beenden konnten. Eine zweite Gruppe war denselben Reizen ausgesetzt, konnte sie aber nicht beenden. Eine dritte Gruppe bekam keine Reize.

Die Hunde, die den Hebel betätigen konnten, lernten sehr schnell, den unangenehmen Reiz zu beenden. In einem zweiten Durchgang wurden dann alle drei Gruppen in eine Box gesetzt, die sie durch eine Klappe verlassen konnten. Diesmal bekamen alle drei Gruppen unangenehme Reize dargeboten und alle drei Gruppen konnten die Box durch die Klappe verlassen. Gruppe 1 (die den Reiz im ersten Durchgang hatten beenden können) lernte sehr schnell, die Box durch die Klappe zu verlassen. Die Kontrollgruppe (Gruppe 3), die im ersten Durchgang keine Reize dargeboten bekommen hatte, lernte etwas langsamer, die Box zu verlassen. Und Gruppe 2 – die keine Möglichkeit gehabt hatte, den unangenehmen Reiz abzustellen – verließ zum Großteil die Box gar nicht. Die Hunde legten sich apathisch hin und ließen den Schmerz über sich ergehen. Sie hatten Hilflosigkeit gelernt.

Ähnliche Ergebnisse konnten später mit Menschen gezeigt werden (mit unangenehmen Tönen – in einer sehr ähnlichen Versuchsanordnung). Wenn ich die Erfahrung der Hilflosigkeit mache, dann übertrage ich das ev. auf andere Situationen. Ich verhalte mich hilflos – obwohl ich eigentlich gar nicht hilflos bin. Es kommt zu einem Motivationsverlust (ich versuche es erst gar nicht), zu einer Lernbehinderung (ich lerne langsamer) und zu einem emotionalen Defizit – im schlimmsten Fall zu einer Hilflosigkeitsdepression.

Es entsteht das Denkmuster: „Ich bin das Problem“ – „Das Problem ist allgegenwärtig“ und „Das Problem ist unveränderlich“. Nichts davon ist wahr – aber ein Teil von mir glaubt es. Und wenn ich etwas fest glaube, dann wird es zu meiner Realität.

Aufbauend auf dem Konzept der erlernten Hilflosigkeit möchte ich Ihnen einen Negativ-Kreislauf vorstellen: Ein Verhaltensmuster, das aus belastenden Erfahrungen entsteht und zu zahlreichen Beeinträchtigungen des Alltags führen kann. Wenn ich verstehe, wie dieser Kreislauf entsteht, wie er sich selbst erhält und was sein Zweck ist, kann ich anfangen, dieses Muster in meinem Leben Schritt für Schritt zu beenden.

Was ist also mit diesem „Negativ-Kreislauf“ gemeint? Der Anfang ist immer eine belastende Erfahrung. Die Erfahrung beinhaltet überwältigende, unangenehme Gefühle. Um diese nicht aushalten zu müssen, bzw. um in der Situation nicht zu erstarren, sondern handlungsfähig zu bleiben, verdränge ich die Gefühle. Ich spalte einen Teil von mir ab. Ich schaffe ein neues Muster, die „Opferrolle“, die mir – wie eine Krücke – hilft, mit der überwältigenden Situation umzugehen. Das Problem: Bei der Abspaltung trenne ich auch einen Teil meiner kreativen Energie mit ab. Ich kann keine Energie mehr aus mir selbst schöpfen. Dadurch entsteht eine innere Leere. Weil diese Leere sehr unangenehm ist, versuche ich, sie mit Ersatzbefriedigungen zu füllen. Ersatzbefriedigungen führen nicht zu nachhaltiger Freude. Sie trösten kurz oder geben mir einen kurzen Energieschub. Danach haben sie „Nebenwirkungen“, sie führen zu einem „Loch“, z.B. zu einem schlechten Gewissen. Durch das schlechte Gewissen wird wiederum meine Opferrolle aktiviert und mein Kreisen in einem negativen Muster bestärkt.

Im folgenden werden wir uns jeden einzelnen Teil des Kreislaufs ansehen. Der Beginn liegt wie gesagt bei einer belastenden Erfahrung – einer Verletzung. Dies kann sein: Ein Schock, ein Trauma, Missbrauch oder eine „ererbte“ Verletzung.

Ein Schock ist ein kleiner oder großer Schreck. Die Mutter, die nicht kommt, wenn ich weine, ein scharf bremsendes Auto, ein kleiner Unfall mit Verletzung und ähnliches. Wenn er eintritt, ist es so, als würden wir kurz „einfrieren“ – ein Überlebensmechanismus, um die starken Gefühle nicht aushalten zu müssen, wenn der Schock auftritt. Oft bleibt der Schock über längere Zeit in uns – oft sogar über Jahre. Es ist eine kleine Blockade, an der eine unangenehme Erinnerung sitzt, wie ein kleiner Eisklumpen.

Ein Trauma ist ein großer Schock. Ein Autounfall. Eine starke Verletzung. Ein geliebter Mensch stirbt. Wie beim Schock frieren wir die Gefühle, die im Moment zu stark sind, ein. Oft stellen wir um den „Eisblock“ auch noch innere „Warnschilder“ auf, die uns daran hindern sollen, uns zu erinnern.  Wenn wir in die Richtung der Erinnerung spüren, empfinden wir vages Unwohlsein von dem wir nicht wissen, woher es kommt.

An Missbrauch ist ein anderer Mensch beteiligt. Ich verwende den Begriff sehr weit und meine damit, dass absichtlich oder gedankenlos eine körperliche oder seelische Verletzung stattfindet. Ein Mensch missbraucht seine Macht, die er einem anderen gegenüber hat. Anschreien, abwerten, hänseln, auslachen, ignorieren, schlagen und im heftigsten Fall sexueller Missbrauch oder Vergewaltigung und Folter. Der Missbrauchende bekommt einen kleinen (oder großen) „Kick“, eine Art Hochgefühl. Der Missbrauchte selbst fühlt sich nach solch einer Verletzung ausgelaugt, leer, kalt, beschmutzt oder einfach nur schlecht.

„Vererbte“ Verletzungen: Es ist möglich, dass negative Erfahrungen (wie oben beschrieben) in der Familie „weitergegeben“ werden. Dies geschieht ganz unbewusst. Eltern z.B., die ein Kind verlieren, tragen Trauer in sich. Haben sie noch ein Kind, kann dieses das spüren und versuchen, die Eltern aufzumuntern. Dies kann zu einer emotionalen Belastung beim Kind führen, die genauso wirkt, wie ein Schock oder Trauma, das das Kind selbst erlebt hat. Es gibt Verletzungen, die über Generationen weitergegeben werden.

All diese Erfahrungen haben gemeinsam, dass sie im Moment des Erlebens eine emotionale Überforderung beinhalten. Es ist zu viel – ich muss mich schützen. Wie ich dies tue, beschreibe ich im nächsten Teil der Zusammenfassung.

Das Leben in die eigene Hand nehmen – Teil 16: Hunger und Müdigkeit

Oder auch: Die „Basics“ – wie kümmere ich mich gut um mich selbst?

In dieser Artikelserie (hier finden Sie Teil 1 und hier Teil 15) geht es um die eigene Souveränität. Manchmal treffe ich nicht selbst die wichtigen (oder auch die kleinen, alltäglichen) Entscheidungen in meinem Leben, sondern ich lasse zu, dass jemand oder etwas anderes darüber bestimmt. In jedem Teil der Serie behandeln wir eine Ursache dafür.

Im letzten Teil ging es um Überlebensmuster, Hormone und andere biologische Einflüsse. In diesem Teil besprechen wir Hunger und Müdigkeit.

Hunger und Müdigkeit sind im Alltag ein sehr, sehr, sehr häufiger Trigger für Dinge, die ich eigentlich nicht tun möchte. Das ist im Grunde völlig banal. So banal, dass es eigentlich keinen Artikel dazu bräuchte. Oder?

Ein Beispiel aus der Praxis: Als mein Sohn noch ganz klein war, ging ich regelmäßig zu einer Stillgruppe. Nicht nur wegen der Unterstützung für das Stillen (jawohl – essen kann unglaublich kompliziert sein, wenn man so ein kleiner Wicht ist), sondern auch wegen einer großen Zahl hervorragender Erziehungstipps der Stillberaterin. Eine dieser überaus nützlichen Informationen war: „Ein Kind in der Trotzphase, das einen Schrei-Anfall bekommt, ist sehr wahrscheinlich hungrig oder müde – oder beides.“. Wow, dachte ich. Das ist ja dann ganz einfach. Du sorgst einfach dafür, dass Dein Kinder immer genug Schlaf hat und satt ist und diese anstrengende Trotzphase wird ein Klacks.

Die Eltern unter Ihnen lächeln vermutlich schon wissend. Ich konnte sehr gut beobachten, dass es tatsächlich so ist: Viele Schreianfälle in der Trotzphase (und auch später noch) entstehen erst dann, wenn das Kind hungrig ist oder müde oder beides. Glauben Sie mir, dass ich eine achtsame und fürsorgliche Mutter bin? Einer solchen sollte es doch wohl gelingen, dafür zu sorgen, dass ein Kind immer genug Schlaf und genug Essen hat.

Tja. Entweder bin ich nicht wirklich achtsam. Oder es gibt einem Haken an der Sache. Dieser Haken ist nach meinem Verdacht im Gefüge unserer Realität verankert. Wir können noch so achtsam sein – wir übersehen Dinge. Wir können uns noch so um Regelmäßigkeit und Zuverlässigkeit bemühen – das Leben ist mitunter chaotisch (meistens?). Manchmal will man nicht essen oder schlafen – auch wenn man hungrig oder müde ist. Kleine Kinder checken das auch mitunter gar nicht. Sie fühlen sich nicht gut – aber warum und wieso ist ihnen schleierhaft.

Es ist unsagbar schwierig, einem kleinen Kind dazu zu verhelfen, nicht in die Hunger- oder Müdigkeitsfalle zu tappen. Und versuchen Sie mal, Essen in ein Kind hinein zu bekommen, wenn es schon lauthals schreit. An Schlafen ist in diesem Fall natürlich auch nicht zu denken.

Soviel zu meinem wunderbaren Vorsorge-Plan für die Trotzphase. Und die Moral von der Geschicht? Wir als Erwachsene können das auch noch nicht.

Oder? Sorgen Sie selbst wirklich gut für sich – und essen regelmäßig (Dinge, die Ihnen gut tun), so dass sie wohlig satt sind (und nicht hungrig oder übervoll)? Und Sie schlafen sicher auch regelmäßig und ausreichend?

Tja. Da ist wohl doch noch etwas zusätzlich Achtsamkeit und vermutlich ein große Portion Selbst-Mitgefühl notwendig. Zumindest für die meisten von uns – argwöhne ich.

Ja, ja – ich weiß. In einem verrückten Alltag (z.B. mit einem kleinen Kind oder mit einem durchschnittlichen Büro-Job) ist es fast unmöglich, gut auf sich zu achten.

Aber was passiert, wenn ich es nicht tue? Denken Sie an den letzten Teil: Der innere Dinosaurier. Mein Selbst, mein Kern, der reife Erwachsene, der rationale Teil von mir, derjenige, der entscheidet und die Zügel in der Hand hält – der Chef also – ist nur solange Chef, bis er in eine Notlage kommt. Sobald es in meinem Körper Alarm gibt, tritt das Sicherheitsteam auf den Plan. Und der Chef wird – zu seiner eigenen Sicherheit – eingesperrt.

Wenn Sie müde oder hungrig sind, dann gerät Ihr Körper viel leichter in Alarmzustand. Sie können nicht mehr so gut auf Ihre kognitiven und kreativen Ressourcen zugreifen (sie werden schlicht und einfach dümmer als sie normalerweise sind). Sie vergessen Dinge. Ärger kann sich leichter aufschaukeln und Sie können ihn schlechter stoppen. Sie sind unfreundlicher – zu anderen und zu sich selbst. Sie verlieren schneller die Fassung, werden schneller von unliebsamen Gewohnheiten und Mustern übermannt und sind anfälliger für Manipulation, Druck, Machtspiele und andere unschöne Dinge aus dem Außen.

Warum tue ich mir das an? Es ist völlig unvernünftig und unlogisch.

Sie ahnen es vermutlich schon: Es ist einfach auch eins dieser vermaledeiten Muster. Die meisten von uns besitzen es. Es heißt: Die wichtigen Sachen zuerst. Und ich selbst gehöre aus unerfindlichen Gründen nicht zu wichtig.

Sie können sich x-mal vornehmen, sich besser um sich selbst zu kümmern – es wird nicht funktionieren, wenn Sie nicht zuerst sich selbst in die Kategorie „wichtig“ sortieren – am besten in die Kategorie „das aller-aller-aller wichtigste auf der ganzen Welt“. Und dann einfach weiter das Wichtigste zuerst machen. Damit landet regelmäßige etwas essen, was mir gut tut und genug schlafen auf Platz 1. Problem gelöst (und mal ehrlich: das aller-aller-aller wichtigste auf der ganzen Welt sind tatsächlich Sie selbst – nur dann können Sie sich um den Rest kümmern und den Rest genießen – selbst wenn Sie gerade ein Baby geboren haben oder der Präsident Ihres Landes sind – hungrig und müde ist man für niemanden wirklich hilfreich).

Hier ein paar Tipps für das „gut für mich sorgen“. Denn es ist tatsächlich irrationalerweise außerordentlich schwierig, das in der Praxis umzusetzen. Ich spreche in meinen Seminaren oft davon, dass es wichtig ist, auf die „Basics“ zu achten. Damit meine ich: Gut für mich sorgen, denn nur dann kann ich alle weiteren Techniken, Tipps und Hinweise umsetzen.

Die „Basics“:

1. Gut essen
Wenn Sie Achtsamkeit anwenden, werden Sie besser und besser spüren, was Ihrem Körper gut tut. Nehmen Sie Expertenmeinungen, wissenschaftliche Studien und Ernährungstipps, die es zu Hauf gibt, nicht so ernst – außer es fühlt sich gut an. Spüren Sie nach Innen – Sie wissen, was Ihnen gut tut. Nicht nur in Bezug auf was, sondern auch wann oder wie oft. Genuß und Geschmack ist im Übrigen ein guter Indikator für „tut mir gut“ (achten Sie aber auf ein mögliches „Tief“ – siehe unten).
Frische Nahrungsmittel, die noch nicht so stark verarbeitet sind, können hilfreich sein. Viele Nahrungsmittel oder Genußmittel werden zu einer Ersatzbefriedigung. Beobachten Sie achtsam das „Hoch“ und „Tief“. Schimpfen Sie nicht mit sich, wenn Sie etwas essen, was Ihnen nicht gut tut und ein „Tief“ verursacht. Nehmen Sie bewusst wahr, wie Sie sich fühlen. Auf Dauer führt das zu einer Veränderung.

2. Wasser – Wasser & Salz
Wasser ist ein Wundermittel. Trinke ich genug (oder zuviel)? Richten Sie sich nicht nach Empfehlungen, sondern nach Ihrem gefühlten Bedarf.
Aufenthalt in Wasser wirkt Wunder – ein Bad oder auch nur Duschen – ein Salzbad oder ein Salz-Fußbad. Schwimmen gehen. Beobachten Sie achtam, was Sie wann und wie am besten unterstützt.

3. Schlaf
Manchmal gönnen wir uns nicht ausreichend Schlaf (aus welchen Gründen auch immer). Spüren Sie nach, ob das der Fall ist – und ob der Grund wirklich bewusst von Ihnen gewählt ist oder ein Muster, das sich ev. überholt hat („Schlafen ist Zeitverschwendung“ – „Ich habe soviel zu tun“ – „Ich möchte nichts verpassen“ o.ä.).
Wenn Sie sich ausreichend Schlaf gönnen, aber nicht so gut schlafen können, dann verlegen Sie Ihr bewusstes Atmen auf den Nachmittag/frühen Abend (direkt nach der Arbeit), um Stress und Anspannung loszulassen. Vor dem Einschlafen, schon im Bett schieben Sie ev. noch einmal eine kurze Atemsitzung ein. Wenn Sie dann nicht einschlafen könnnen oder wachliegen, dann atmen Sie bewusst, statt den Gedanken zu erlauben zu kreisen oder dem Körper, sich unruhig hin- und herzuwälzen. Mit etwas Übung sollte sich Ihre Schlafqualität verbessern.

4. Regelmäßige Achtsamkeits-Übungen
Gerade wenn es stressig wird: Behalten Sie Ihre regelmäßigen Übungen bei (oder fangen Sie damit an). Es lohnt sich.

5. Bewegung in der Natur
Machen Sie einen Spaziergang in der Natur. Wenn Sie dabei ab und zu auch noch bewusst durchatmen, sparen Sie sich ein teures Wellness-Wochenende (wobei Sie das des puren Genusses Willen ruhig noch anhängen können ;-).
Etwas Begegung reicht, um Sie in Ihrer Balance zu unterstützen, es muss kein anstrengender Workout sein (außer er macht Ihnen wirklich wirklich Spaß). Ein Spaziergang im Wald, über Wiesen, am Wasser entlang – oder wo auch immer Sie ein Stückchen Natur finden, wirkt ausgleichend und bringt alles, was feststeckt, wieder ins Fließen.

6. Freude
Mache ich genug Dinge, die mir Freude geben? Oder kommt der Spaß zu kurz? Sie können sich das verordnen wie Medizin, wenn es nicht anders geht. Gerade in einem anstrengenden Transformationsprozess brauche ich den Humor.

7. Ausreichend „leere“ Zeit mit mir selbst
Mit „leerer“ Zeit meine ich: Keine Unterhaltung mit anderen, keine Ablenkung durch Bücher, i-Phone, Handy, Tablet, Fernseher oder Kino. Ich mit mir – und ev. sogar mit der Erlaubnis zu spüren. Viele obige Punkte lassen sich mit Punkt 7 kombinieren.

Diese sieben Punkte stärken Ihre Basis und helfen Ihnen bei: „Ich bleibe der Chef, auch wenn es hoch her geht“. Sie sind auch eine wichtige Grundlage, wann immer ich in Schwierigkeiten stecke oder einen Veränderungsprozess durchlaufe. Es sollte niemand darauf herumreiten müssen. Aber im allgemeinen kürzen wir genau bei den obigen Dingen, wenn es eng wird. Und dann fehlt mir ev. die Kraft, mein inneres Sicherheitsteam (das sympathische Nervensystem, den inneren Dinosaurier, die schlechte Laune oder Wut, das alte Muster) in Zaum zu halten. Und schon sitze ich – neben der alten Patsche – auch noch in einer neuen Patsche. Behandeln Sie sich mit der Sorgfalt, die Sie verdienen – Sie werden staunen, wie wirkungsvoll es ist, wenn Sie konsequent dabei bleiben.

Das Leben in die eigene Hand nehmen – Teil 15: Überlebensmuster, Hormone und andere biologische Einflüsse (oder: Der Dinosaurier)

In dieser Artikelserie (hier finden Sie Teil 1 und hier zu Teil 14) geht es um die Handlungsfreiheit im eigenen Leben. Es gibt viele Ursachen dafür, dass ich nicht zu jeder Zeit „Chef“ in meinem Leben bin. In jedem Teil beschäftigen wir uns mit einer dieser Ursachen.

Im letzten Teil ging es um Stimmungen. In diesem Teil besprechen wir biologische Einflüsse.

Im Grunde sind diese Einflüsse, die gemeinsten, die es gibt. Es ist Teil unserer „Hardware“ und „vorinstallierten Software“. Als würden Sie einen neuen Computer bekommen und sich damit abfinden müssen, dass dieser nicht immer macht, was Sie wollen – sondern ab und zu schlicht das macht, was er selbst für richtig hält. Schon Kinder haben diese Einflüsse. Unser Gehirn und Nervensystem ist nicht vom Himmel gefallen, sondern hat sich im Lauf der Zeit entwickelt. Dabei ist sehr viel Nützliches entstanden. Aber auch einiges, das am Anfang nützlich war und sich inzwischen überholt hat.

Das Leben in die eigene Hand nehmen – Teil 14: Stimmungen

In dieser Artikelserie (hier finden Sie Teil 1 und hier Teil 15) geht es darum, im eigenen Leben „die Zügel in der Hand zu behalten“. In jedem Teil behandeln wir einen der hauptsächlichen Gründe, diese Zügel zu verlieren – und zum Beifahrer zu werden.

Im letzten Teil ging es um Gehirnwäsche. In diesem Teil besprechen wir Stimmungen und Gefühle.

Stimmungen, Gefühle und Emotionen haben wichtige Aufgaben in unserem Leben und sind sind etwas sehr Schönes – oder zumindest können sie dies sein. Allerdings haben viele von uns – ab und zu oder regelmäßig – den Eindruck, von einem Gefühl zur Hilflosigkeit verdammt worden zu sein. Im Titel dieses Beitrags stehen die Stimmungen, weil Gefühle und Emotionen oft so deutlich sind, dass wir merken, dass wir gerade die Kontrolle verloren haben. Ganz natürlich kämpfen wir darum, sie so schnell wie möglich zurückzubekommen. Die Stimmungen möchte ich an dieser Stelle in den Vordergrund stellen, weil wir fast immer in einer sind – und ganz unbewusst von ihr beeinflusst werden.

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